Frühling in Florida

In den letzten Wochen lag die Temperatur hier in Florida immer um 30° C. Die Natur war für unsere Augen immer gleich. In den letzten Tagen aber gab es eine Veränderung. Praktisch über Nacht wurde es Frühling. Die fast unerträgliche Hitze blieb, aber überall kamen bunte Blüten zum Vorschein.

Da wir nicht verlängern können am Fort de Soto Park, verlassen wir schweren Herzens diese herrliche Insel mit dem weißen Sandstrand und fahren weiter gen Norden Richtung Homosassa.

Unterwegs machen wir Mittagspause im Corner Café in Spring Hill und treffen dort Dave den Kellner. Nach unserer Bestellung überreicht er uns plötzlich eine Landkarte über die gesamten Vereinigten Staaten. Wie konnte er wissen, dass wir auf der Suche nach genau so einer Karte waren? Wir bedanken uns herzlich bei ihm und machen zur Erinnerung noch ein Foto.

So hält fast jeder Tag eine Überraschung parat und wir sind so froh, solche Momente zu erleben. Am wunderschönen Chassahowitzka River finden wir einen primitiven Zeltplatz für mehrere Tage. Es ist nicht viel los in Chassahowitzka, es gibt einen Pub und man kann Kanus ausleihen und eventuell Manatees sehen und ganz sicher die Springs sehen. Das sind Quellen, wo das glasklare Wasser aus der Erde kommt und den Fluss speist. Im Pub treffen wir einheimische Urgesteine, unter anderem Susan and Steven, die hier leben und die schon mehrmals wegen Konzerten von den Scorpions und Motörhead extra nach Deutschland (Wacken) gefahren sind. Wir sind tief beeindruckt, dass sie von Lenny nach seinem letzten Konzert eine Flasche Sekt bekamen, um diese nach seinem Tod auf ihn zu trinken. R.I.P. Lenny!  Mit dem Kanu fahren wir zu den glasklaren Springs und dann den Chassahowitzka River entlang, der meilenweit und sehr verzweigt in den Golf von México mündet. Die Ufer auf beiden Seiten des Rivers sind pure Wildnis und wir fühlen uns wie Huckleberry Finn und Tom Sawyer auf dem Mississippi River – sehr abenteuerlich, total frei und erwartungsvoll, was uns wohl hinter der nächsten Biegung des Flusses erwartet!! Das Leben ist schön! Manatees sehen wir aber nicht.

So fantastisch die Küsten am Golf von México sind, genauso fantastisch, nur viel wilder, sind die Flusslandschaften von Florida. Im Rainbow River Statepark bei Dunnellon haben wir einen Zeltplatz für mehrere Tage reserviert, denn in Dunnellon soll die erste Inspektion der CBX erfolgen. In Dunnellon ist Louis zu Hause, der weltgrößte Händler von CBX Teilen. Außerdem empfiehlt uns Louis, uns für die Inspektion mit Preston in Verbindung zu setzen, dem weltbesten Schrauber von CBXen. Wir finden es klasse und sehr praktisch, dass beide zufällig in Dunnellon und nicht weit voneinander entfernt leben.

 

Bei Preston lassen wir einen Ölwechsel machen und die Steuerkette und Antriebskette einstellen. Vom Louis bekommen wir den Filter und die nötigen Dichtungen.

Preston wird übrigens beim CBX Eurotreffen in Dänemark teilnehmen, das vom 15. bis 18. August in Ebeltoft stattfindet. Leider können wir diesmal nicht dabei sein.

Von der Kanutour am Chassahowitzka River waren wir so begeistert, dass wir gleich eine weitere Bootstour auf dem glasklaren Rainbow River unternehmen. Auf diesem Fluss fahren wir an herrlichen Traumvillen vorbei und landen am Ende der Tour in Swampyˋs Bar.

Nicht sehr weit entfernt vom Rainbow River Statepark liegt der Silver Springs Statepark. Schon oft haben wir uns vorgestellt, dass sich durch diese tropischen Wälder in Florida Tarzan durch die Lüfte schwingen könnte. Und tatsächlich: im Silver Springs Statepark wurde der Tarzan-Film „The Ape Man“ mit Johnny Weissmuller gedreht, außerdem zahlreiche andere Filme wie „The Creature from the Black Lagoon“ („Der Schrecken vom Amazonas“). Ja, für solche Filme sind die geheimnisvollen Wälder von Florida vorzüglich geeignet.

Wir lieben die verschlungenen Flusslandschaften und die verwunschenen Wälder von Florida und fahren weiter zum Suwannee River (bzw. Swanee River), der sogar in der Nationalhymne von Florida „Old Folks at Home (The Swanee River)“ besungen wird. In Old Town bauen wir unser Zelt auf dem Suwannee River Hideaway Campground mitten im Wald auf. Über einen 500 m langen Holzsteg gelangen wir durch die Sümpfe zum Suwannee River. Der Fluss ist hier ziemlich breit und fließt sehr schnell. Ca. 50 km weiter mündet der Fluss bei Suwannee, einem verträumten und abgelegenen Ort, in den Golf von México.

Insgesamt ist der Suwannee River 426 km lang und hat seinen Ursprung in Georgia. Auf seinem Weg zum Golf von México fließt er auch in Live Oak am Campingplatz „Spirit of the Suwannee Music Park“ vorbei. Dorthin fahren wir, denn am Wochenende finden hier Live-Konzerte statt. An allen drei Abenden von Donnerstag bis Samstag sind wir zwei in der Music-Hall anzutreffen. „Why Do You Drink?“ fragen uns am Samstagabend die Musiker der „Trey Tucker Band“. Solche mitreißenden und temperamentvollen Country- und Rocksongs begeistern uns ganz besonders, während wir genüßlich leckeres Bier trinken.
Am nächsten Tag wandern wir ein Stück auf dem Suwannee River Trail. Hier ist der Suwannee River besonders schön, denn an beiden Ufern befinden sich herrliche Sandstrände und mit Spanisch Moos bedeckte Eichen. Eine mystische und geheimnisvolle Landschaft.

Der Campingplatz „Spirit of the Suwannee Music Park“ bietet leider nur an den Wochenenden Kultur. Von Sonntag bis Mittwoch sind das Café und der Pub geschlossen, der nächste Supermarkt ist zehn Meilen weit weg, die Sanitäreinrichtungen sind eine Zumutung.


Spirit of the Suwannee Music Park

Wir fahren weiter zum nördlich gelegenen KOA-Platz in Perry.

Heute ist der 6. März und der Frühling beglückt uns in der Nacht mit Frost.

Für die nächsten Tage meldet der Wetterbericht zu den „eisigen“ Temperaturen noch eine Regenwahrscheinlichkeit von 44%. Das trifft auch für die Regionen weiter nördlich und westlich zu. Richtig störend ist das nicht für uns, denn wir „genießen“ die Annehmlichkeiten von KOA: Saubere Sanitäranlagen, freien Kaffee, ein Tag und Nacht geöffnetes Clubhaus mit sehr gutem WiFi. Auch preislich hebt er sich deutlich von den Camps im Süden ab.
Wir sitzen bei Regen oder bis spät in der Nacht im Clubhaus und schreiben an der Webseite und Berichte für den Maillon, bearbeiten Fotos, recherchieren neue Reifen für die CBX und trinken warmen Tee.

In Pensacola gibt es einen Reifenhändler, der HEIDENAU K 60 vetreibt. Wir ordern, packen und fahren los.

4 Gedanken zu „Frühling in Florida

  1. Hello Udo and Gaby,
    I found your post on cbxworld.com . Quite a trip ! We communicated in the past and met years ago at the French CBX rallye in Samoens, Alps. I’m now retired and live near Winston Salem in North Carolina, if your plans take you in this area, let me know, it would be great to see you again. Best wishes for your trip.
    Jean Paul Grasmuck

    1. Hi Jean Paul,
      Nice to hear from you and thank you for your invitation.
      October last year we already have driven through North Carolina on our way to the warm Florida.
      Now we are in Perry. Here we are waiting for new tyres for the CBX and better weather for our trip to Texas.
      Maybe we will see you in California at the CBX meeting?
      A French text about our trip you can find on the button „Maillon“.
      Best regards
      Udo & Gaby

  2. Hello Udo and Gaby:
    I’m Fernando and I found out about your trip in the cbxworld forum. I used to live in Florida but now live 20 miles from Washington DC. If you come this way on your travels you can stay at my house, we have room. My wife is Hungarian and I’m originally from Argentina. Have a good time!
    Fernando

    1. Hi Fernando,
      Thank you for your invitation. We are so sorry, but Washington DC is not anymore on our way for the next trip. Maybe we would need a warm place next year in Argentina?
      Best regards
      Udo & Gaby

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