
Heute ist der 13. März 2025 und wir haben den Flug nach Quito gebucht. Jetzt geht es weiter mit dem Zusammenstellen der Ausrüstung und Ersatzteile, Händlersuche für eine neue Batterie in Quito…
111 Tage sind vorüber und unsere Vorbereitungen sind abgeschlossen. Einige Dinge konnten wir allerdings nicht lösen: Es war uns z.B. nicht möglich, eine Motorradbatterie für die CBX zu ordern, nicht bei freien Händlern und auch nicht bei Honda Ecuador in Quito.
Die Zugfahrt zum Frankfurter Flughafen verläuft relativ problemlos. Wir geben unser Gepäck auf und haben noch ein paar Stunden Zeit bis zum Abflug. Der Flug geht zuerst nach Panama. Dort kommen wir gegen 5 Uhr morgens an und haben 9 Stunden Zeit bis zum Start nach Quito. In Quito werden wir nicht enttäuscht, unser Gepäck ist vollständig angekommen. Wir ordern ein Taxi für die Fahrt zum Hotel im Zentrum der Hauptstadt.
Unser Zimmer befindet sich oben auf dem Dach, so dass wir eine schöne Aussicht über einen Teil der Hauptstadt haben. In der Altstadt finden wir ein schönes Lokal, essen Suppe, trinken Bier und genießen das Leben.

Das Hotel bietet kein Frühstück, dafür aber die Stadt umso mehr. Für 5 $ bekommen wir zusammen ein sehr reichhaltiges und wohlschmeckendes Essen.
Unser nächster Weg führt uns zu Honda Ecuador. Dort ordern wir eine neue Batterie für die CBX. Unsere Bestellung wird aufgenommen und zum Honda-Händler in Ibarra weitergeleitet. Alles sehr kompetent und freundlich. Wir sind zufrieden.
Da Taxis sehr billig sind und die Luft in knapp 3000 m sehr dünn ist, lassen wir uns zur Jungfrau-Statue auf dem El Panecillo fahren. Oben der übliche Rummel mit Fotografen, Drohnenpiloten und Verkauf von Heiligenbildchen…

Heute ist „Zukunftsplanung“ angesagt. Für nächstes Jahr benötigt die CBX neue Reifen. Deshalb fahren wir zu Touratech Ecuador und schauen uns im Laden um. Es ist ein ziemlich kleines Geschäft, und er hat „Heidenau“ in unserer benötigten Größe vorrätig.
Den Nachmittag verbringen wir auf dem „Hausberg“ der Stadt. Auf 4100 Höhenmetern gehen wir ein wenig umher, um uns an die dünne Luft zu gewöhnen. Nach einer Stunde haben wir genug und begeben uns wieder auf die normale Stadthöhe von 2850 m.
Quito ist somit die höchstgelegene Hauptstadt der Welt.
Auf dem Rückweg finden wir noch einen richtig guten Brauerei-Pub: La Pradera
Heute ist Sonntag und wir wollen Quito verlassen. Schon beim Frühstück bemerken wir im Stadtbild den Unterschied zu anderen Tagen. Es fahren keine Autos, dafür vermehrt Fahrradfahrer. Auch die Straße, an der unser Hotel liegt, ist davon betroffen. Auch Taxis fahren nicht. Wir packen trotzdem und zwei Hotelangestellte schleppen unser Gepäck zwei Straßen weiter, wo noch normaler Verkehr ist. Ein Taxi bringt uns zum Busbahnhof.
Ticket kaufen, einsteigen und losfahren geschieht innerhalb von wenigen Minuten. Der Bus ist bequem und bringt uns sicher nach Ibarra. Dort ordern wir ein Taxi, welches uns zur Finca Sommerwind bringt. Unser erster Weg dort führt uns zur CBX. Dann geht es zur Hütte „Mandarina“. Wir breiten uns aus, gehen Bier trinken, unterhalten uns….

Montag,7.Juli 2025: Mit Hilfe des Gärtners befreien wir die CBX, bauen die frisch geladene Batterie ein und drücken auf „Start“. Der Motor dreht, springt aber nicht an. Wir bekommen ein Powerpack und Startspray von einem Motorradfahrer aus Bayern (Rainer, CR 300). Die CBX springt an und läuft auf 4 Zylindern, bei den restlichen zwei hängen die Schwimmer. Ich fahre über die Holperstrecke hoch zur Mandarina. Das hat genügt und der Motor dreht sauber durch und irgendwann blinkt auch die blaue Lampe der Kettenschmierung. Jetzt noch ein neues GPS-Kabel anschließen (geschaltetes Plus am Rücklicht). Morgen dann beim HONDA-Händler in Ibarra einen Öl- und Bremsflüssigkeitswechsel.
Inzwischen füllt sich die Bar mit Motorradfahrern und wir gesellen uns dazu.

Dienstag, 8. Juli: Heute fahren wir zum HONDA Händler nach Ibarra. Er weiß nichts von einer Batterie. Für Donnerstag bekommen wir aber einen Termin für Öl- und Bremsflüssigkeitswechsel.
Mittwoch, 9. Juli: Nach dem Frühstück starten wir in Richtung Ibarra. Beim Honda Händler bestellen wir einen Kettensatz und eine neue Batterie. Auch können wir den Ölwechsel jetzt schon machen lassen. Sein Ölvorrat besteht aus ein paar Dosen 10W-30. Das ist natürlich für die hiesigen Temperaturen nicht geeignet. Nebenan ist aber noch ein Motorradteilehändler. Er hat 10W-50, aber nur zwei Liter. Er fährt weg und besorgt noch 3 Liter. Damit gehen wir zum Honda Händler. Nur gut, dass wir einen Ölfilter mitgebracht haben. Er hat nämlich keinen.
Der folgende Öl- bzw. Filterwechsel ist eine mittlere Katastrophe. Der Mechaniker bekommt den Filter zwar ab, aber nicht wieder dran. Der Bremsflüssigkeitswechsel geht dann aber sehr gut.
In gut 100 Meter Entfernung vom Honda Händler befindet sich eine Waschanlage. Für 3 Dollar wird das Mopped blitzsauber gewaschen. Wir sind zufrieden und fahren zurück zur Finca.
Donnerstag, 10. Juli: Für heute ist TIP angesagt. Wir fahren mit der CBX zur Grenze in Rumichaca. Dort melden wir uns ab, verschließen die CBX sehr sicher, melden uns in Kolumbien ohne Motorrad an, setzen uns in ein Taxi und fahren nach Ipiales in ein Cafe. Nach ca. einer Stunde fahren wir wieder zum Grenzübergang und melden uns aus Kolumbien ab. Dann gehen wir zur Immigration nach Ecuador, warten dort fast zwei Stunden in einer elendig langen Schlange und melden uns an. Dann gehen wir zum Fahrzeugschalter. Der Beamte möchte zwei Fotos der CBX, eine E-Mail-Adresse und einen Aufenthaltsort in Ecuador. Nach ca. zwanzig Minuten haben wir das begehrte Papier und machen uns auf den Heimweg.

Die letzten 15 km fahren wir im Dunkeln. Das ist nicht so wirklich schön. Jedes Fahrzeug ist anders beleuchtet oder auch gar nicht. Unser Vorteil ist die sehr langsame und lange Kolonne. Das heutige Feierabendbier ist redlich verdient.
Freitag, 11. Juli: Nach dem Frühstück bezahlen wir beim Hans unseren Aufenthalt, verstauen das Gepäck und fahren nach Otavalo.

Was ist Otavalo, was gibt es hier….? KLICK
Im Stadtzentrum haben wir ein Hotel gebucht, das „El Geranio“. Von außen sehr unscheinbar, von innen aber sehr modern mit einem sicheren Abstellplatz für die CBX. Unser Zimmer liegt im 1. Stock und hat eine Bank vor dem Panoramafenster.
Den Nachmittag verbringen wir in der Stadt und den Abend mit Rotwein auf „unserer“ Bank.
Samstag, 12. Juli: Zum täglichen Markt, Samstags 1/3 größer als unter der Woche, kommt am Stadtrand noch der Viehmarkt hinzu. Wir fahren mit dem Taxi hin und staunen: Kühe, Schweine, Enten, Gänse, Meerschweinchen, Hunde, Katzen….

Gegen Mittag haben wir genug gesehen und fahren zurück in die Stadt.
Den Rest des Tages verbringen wir im Cafè, auf dem Markt und mit Reiseplanungen im Hotel.
Sonntag, 13. Juli: Heute ist Wandertag. Wir fahren zum Cuicocha-See, zuerst mit dem Bus, den Rest mit einem Taxi. Gegen 10:30 Uhr sind wir dort. Wir schauen uns um, finden aber den Einstieg in den Wanderweg nicht.
Plötzlich hören wir unsere Namen rufen. Wir schauen uns um und sehen Luis & Jane, bekannt von der Finca Sommerwind. Auch sie suchen den Einstieg. Die gemeinsame Suche führt zum Erfolg und gegen 11 Uhr starten wir. Laut Prospekt ist die Tour 14 km lang und dauert 4 Stunden. Es wird eine harte Tour auf 3900 Höhenmetern. Ständig auf und ab mit sehr großen Steinstufen. Die Luft ist sehr dünn und es kommen Zweifel an den 4 Stunden auf. Wir schaffen es nicht. Gegen 16:20 Uhr sind wir wieder am Ausgangspunkt. Alle, bis auf Jane, sind ausgelaugt und unser für 16 Uhr bestelltes Taxi ist weg. Wir finden ein neues, verabschieden uns und lassen uns nach Otavalo fahren.



Montag, 14. Juli: Wir sind noch etwas lädiert von der gestrigen Tour. Deshalb verlängern wir den Hotelaufenthalt um einen Tag. Den Vormittag verbringen wir auf „unserer Bank“. Nach dem Mittag machen wir uns auf den Weg zum örtlichen Museum. Es wird ein langer Weg in der Mittagssonne bis zum Stadtrand. Das Museum ist hauptsächlich ein Textilmuseum, untergebracht in den ehemaligen Arbeitsräumen der Weber. Es ist aber auch ein Museum über die frühere indigene Bevölkerung.
Auf dem Areal steht ein sehr großes Gebäude der ehemaligen „Arbeitgeber“. Entworfen wurde es von Gustave Eiffel.
Dienstag, 15. Juli: Heute ist Abreisetag. Noch vor dem Frühstück starten wir die CBX, gehen dann aber noch einmal in die Stadt. Ich habe meine Lesebrille verloren und benötige dringend eine neue. Die Suche gestaltet sich schwierig, denn viele Geschäfte haben noch nicht geöffnet. Für ca. 3 Dollar finden wir dann aber eine neue Brille.
Zurück ins Hotel und die CBX gestartet mit Ziel „Aleman“. Aleman ist ein kleines und feines Hotel in Äquatornähe. Angekommen fragen wir nach einem Zimmer. Wir werden ziemlich schroff abgewiesen. Wir: ?????
In zwei Kilometer Entfernung finden wir ein unscheinbares, aber sehr schönes Hotel.
Da es noch früh am Tage ist, fahren wir mit einem Taxi auf den Hausberg von San Antonio. Dort steht das richtige Äquatordenkmal. Das Taxi schafft es nicht den Berg hinauf. Die Frau des Taxifahrers muss aussteigen und laufen.
Oben halten wir uns ca. eine halbe Stunde auf und lassen uns dann zum Intiñan Solar Museum fahren.

Wir bekommen eine sehr interessante Führung, auch über die Ureinwohner und die Tierwelt. Auch gibt es verblüffende Experimente an der Äquatorlinie. Als wir endlich genug gesehen hatten, waren wir die letzten Gäste.
Da sich auf der Äquatorlinie die Corioliskräfte von der Nord- und Südhalbkugel beeinflussen, kann man hier ganz einfach ein rohes Ei auf einen Nagel stellen.
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Mittwoch, 16. Juli: Ziemlich zeitig brechen wir auf, denn wir wollen nach Tena. Die ersten Kilometer sind recht stressig, denn der dichte Verkehr von Quito hat es in sich. Es wird erst entspannter, als wir in Richtung Flughafen fahren. Auch beginnt hier der Aufstieg in die Berge. Es geht nur noch bergauf und es wird zunehmend kälter und windiger. Auch die Straßen sind voller Schlamm und Geröll.

Dann kommt die Paßhöhe mit 4063 Metern. Von hier geht es dann nur noch abwärts bis Papallacta.
Dort teilt sich die Straße. Wir müssen nach rechts in Richtung Tena. Doch dort steht die Polizei und läßt uns nicht durch. Die Straße ist an einigen Stellen verschüttet.

In zwei oder drei Tagen ist vielleicht alles wieder frei. Wir müssen zurück, können aber nicht, denn das Benzin reicht nicht. Man rät uns nach links zu fahren. Da kommt in ca. 3 km das Hotel Mamallacta.

Das Mamallacta ist ungewöhnlich, sauber, verspielt, etwas teurer.

Ganz in der Nähe zum Hotel befinden sich die Termas Papallacta. Für fünf Dollar kann man sich dort den ganzen Tag aufhalten. Nach zwei Stunden haben wir genug und gehen zurück. Auch erfahren wir, dass es im Ort (ca. 320 Einwohner) einen Reifenhändler gibt. Der verkauft auch Benzin. Jetzt noch ein frisch gezapftes IPA und Stout und wir fallen ins Bett.
Donnerstag, 17. Juli: Die Straße nach Tena ist noch immer gesperrt. Wenn wir Benzin beim Reifenhändler bekommen, fahren wir zurück in Richtung Quito. Wir halten beim Reifenhändler an und bekommen für 10 Dollar zwei Gallonen Sprit.
Damit kommen wir zurück bis fast zum Flughafen Quito. Dort tanken wir und fahren die Panamericana in Richtung Süden bis Latacunga.

Das Hotel liegt mitten in der Stadt und wir haben zu allen Dingen kurze Wege. So finden wir am Abend auch ein Lokal weches Craft-Bier ausschenkt. Das Angebot: 3 trinken, zwei bezahlen. Ich nehme zwei Rote, Gaby ein Schwarzes.

Freitag, 18. Juli: Wir frühstücken im Hotel in der Küche, zusammen mit einem Paar aus Polen. Eine der Küchenfrauen nennt einen Begriff: “ Colada Morada“.Wir kennen es alle nicht. Die Küchenfrau rührt schwarzes Mehl mit Wasser und ? und ? an und setzt es auf den Herd. Wir bekommen jeder eine Schale für das Getränk. Es ist schwarz, heiß und sehr süß. Wir trinken aus und verabschieden uns, bekommen noch eine Schachtel Pralinen, aber nicht das Wechselgeld von gestern (8 Dollar). Egal, es war ein sehr preiswertes Hotel (32 Dollar inkl. Frühstück. Natürlich für 2 Personen).
Das Navi führt uns schnell aus der Stadt und irgendwann beginnt der Regen. Als er stärker wird, fahren wir an eine Tank und Raststätte und ziehen Regenkleidung an.
Bis Tena ist es eine schöne und abenteuerliche Straße. Es ist die Straße der Wasserfälle.

Am Nachmittag sind wir in Tena (naß bis auf die Haut) und finden auch die Unterkunft am Rande des Dschungels. Es ist geräumig und gemütlich. Die CBX steht trocken und wohlverwahrt im Schuppen.

Drei Tage bleiben wir hier. Durch die sehr hohe Luftfeuchtigkeit trocknet unsere Kleidung sehr schlecht. Wir nutzen die Zeit für einen Stadtbummel und für Ausflüge an den Dschungelrand.
