México

Als Grenzübergang nach Mexico haben wir uns für den kleinen Ort Tecate entschieden. Dort soll es, nach Aussagen anderer Reisenden, ziemlich schnell, freundlich und unkompliziert zugehen.
Als wir an der Grenze ankommen, sehen wir ein rotes Haltesignal. Dieses schaltet nach einer halben Minute auf grün und wir können durchfahren, was wir auch tun. Nach ca. 150 Metern sind wir in Mexico. Niemand hat uns angehalten oder wollte etwas von uns. Ganz so einfach ist es aber nun doch nicht, denn wir wollen auch irgendwann wieder aus dem Land ausreisen. Also parken wir die CBX kurz hinter der Grenze und gehen zurück zu den Beamten. Dort bekommen wir für je 32 US-Dollar eine Touristenkarte für 180 Tage Mexico. Für die gleiche Gebühr können wir auch die CBX mitnehmen. Allerdings müssen wir für das Motorrad noch eine Kaution hinterlegen, die wir bei der Ausreise zurück bekommen (sollen).

Wir heben Geld ab, essen ein Eis und fahren zum Campingplatz „Rancho Ojai“. Hier muss man nur den ersten Tag bezahlen, der zweite ist frei.

Zwei Tage wollen wir auch bleiben, denn wir benötigen noch einige Dinge, wie z.B. eine Telefonkarte. Aus den zwei Tagen werden vier Tage, denn es wurde ein Unwetter angekündigt. Bei der Verlängerung unseres Aufenthaltes wurde uns abgeraten im Zelt zu bleiben und lieber eine Blockhütte zu nehmen. Unsere Zusage haben wir nicht bereut, es hat gestürmt wie verrückt.

Die Auswirkungen waren dann auf unserer Weiterfahrt nach La Bufadora zu sehen. Straßen waren mit Schlammmassen  überdeckt und Senken standen noch immer voll mit Wasser. Auch Ensenada, der Startort zur Baja 1000, wurde nicht vom Unwetter verschont.
Für die ca. 150 km von Tecate zum Campingplatz „Villarino“ haben wir wegen der katastrophalen Straßenverhältnisse über drei Stunden benötigt. Doch jetzt ist alles gut. Wir sitzen beim Vino Tinto und lassen den Tag Revue passieren.

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In México ist alles anders. Man kann dieses Land nicht mit der USA vergleichen. Schon eher mit Indien. Wir sind hier in einer total anderen Welt. Wir vermissen die saubere, aufgeräumte und gepflegte USA, wo alles seine Ordnung hat. Solch krassen Unterschiede haben wir nicht erwartet. Überall dieser Schmutz und dieser Müll. Wir möchten zurück in die USA. Leider geht dies nicht mehr, denn wir haben unser Visum abgegeben. Nun müssen wir da durch und die Abenteuer Mexiko, Zentral- und Südamerika bestehen, in der Hoffnung, dass es besser wird.
Wir fahren immer die Carretera 1 entlang durch Orte, in denen nur die Straße 1 asphaltiert ist und alle anderen Querstraßen und Wege durch den Regen völlig verschlammt sind. Bei San Quintín, Cataviña, Guerrero Negro und Mulegé stehen wir auf Campingplätzen, die gerade mal mit einer Toilette und eventuell mit einer Dusche ausgestattet sind. Besser wird es erst in Loreto, einem netten Städtchen aus der spanischen Kolonialzeit. Hier gehen wir, da wieder einmal Regen angesagt ist, in das bezaubernde Damiana Inn. Zum Glück, denn durch den starken Regen verwandeln sich alle Straßen zu reißenden Flüssen.

Von Loreto fahren wir nach La Paz, denn von  dort geht die Fähre zum Festland von México. Der Campingplatz liegt ca. 15 km vor La Paz und ist, trotz teilweiser Überflutung, sehr schön. Wir müssen nämlich hier eine Weile ausharren, denn die Fähre verkehrt nicht jeden Tag. Die freie Zeit nutzen wir zur Erkundung der Stadt und einiger einheimischer Lokale. Die CBX bleibt auf dem Campingplatz, wir benutzen den Bus. In den USA sind wir in einigen Städten mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, aber hier in La Paz kommen im Bus Erinnerungen an ca. 1956 in Ostdeutschland hoch.

Im Fährbüro teilt man uns mit, dass die morgige Fähre nach Mazatlán ausgebucht ist. Die nächste verkehrt in fünf Tagen,übermorgen aber geht eine nach Topolobampo. Fünf Tage wollen wir nicht warten, wir buchen die Fähre nach Topolobampo. Diese Fähre aber legt ohne uns ab, denn wir können das Motorrad nicht befestigen. Spanngurte müssen wir selbst mitbringen. Der nächste Termin ist morgen.

Wir sind zur festgelegten Zeit am Hafen und können nach geschätzten hundert LKW mit der CBX ebenfalls an Bord. Das Motorrad wird fachmännisch verspannt und wir genießen die 8 stündige Überfahrt. Als wir in Topolobampo ankommen, ist es stockdunkel. Die sauteuren Spanngurte lassen wir an Bord zurück und finden dank GPS in 1,4 km ein Hotel.

Unser nächstes Ziel heißt Durango. In iOverlander finden wir einen Campingplatz in Stadtnähe. Dieser Platz, und der Besitzer Eduardo, sind ein Glücksfall für uns. Alles ist sauber und man kann in den warmen Quellen, die über den ganzen Camgingplatz verteilt sind, ein ausgiebiges Bad nehmen. Für den nächsten Tag bietet uns Eduardo an, uns mit seinem Auto in die Stadt zu fahren und auch wieder abzuholen. Wir nehmen an und genießen Durango.

Der nächste Zwischenstop ist Mexquitic. Der Campingplatz liegt mitten im Ort und ist mit einer umlaufenden Mauer und einem Stahltor gesichert.
Wieviele Menschen leben in Mexquitic, wovon leben sie, hat vielleicht jemand eine CBX…..?
Pedro, der Campingplatzbesitzer,  fährt z.B. eine Gold Wing.

Hier sind die Antworten

Unser eigentlicher Plan ist, die Panamericana zu fahren und Abstecher auf dieser Route nach links und rechts zu machen. Auf unseren Weg liegt aber noch das Darien Gap. Durch dieses Dschungelgebiet führt keine Straße, wir müssen  es mit einer Fähre umschiffen. Der Termin dafür ist der 24. Januar 2020. Bis dahin müssen wir noch ca. 4500 km fahren und auf dem Weg liegen sehr viele ansehenswerte Orte, aber auch Gegenden die wir missen können. So z. B. der Moloch MEXICO CITY. Der Großraum LA ist noch gut in unserer Erinnerung. Die Hauptstadt wollen wir deshalb ostwärts umfahren und dann immer weiter in Richtung Süden bis Puerto Lindo.

Manchmal schickt uns das GPS-Gerät auf der Suche nach einem Campingplatz auch auf Wege, die nicht so richtig schön sind.

In den allermeisten Fällen aber sind wir mit dem Ergebnis des Garmin Zumo395 LM sehr zufrieden.

Unser nächstes Ziel heißt San Miguel de Allende. Einen kleinen Umweg machen wir aber auf dem Weg dorthin. Die Zwischenstation heißt Xilitla. Dort gibt es den Skulpturenpark Las Pozas von Edward James.

Freitag, der 13.

Der Straßenverkehr in México ist nichts für schwache Gemüter. Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Überholverbote werden eher als Empfehlung denn als gesetzliche Anordnung betrachtet. Einen TÜV gibt es wahrscheinlich nicht, denn viele Gefährte sehen recht abenteuerlich aus.
Für unseren Weg nach San Miguel de Allende wählen wir deshalb eine Nebenstraße aus, in der Hoffnung, sie möge nicht zu stark befahren sein. Wir wurden nicht enttäuscht. Die Straße war erstklassig, sehr wenig befahren und bestand aus einer Aneinanderreihung von Kurven. Steile Ab- und Auffahrten reihten sich ebenfalls  hintereinander.

Drei Tage bleiben wir in San Miguel de Allende. Für uns ist es eine der schönsten Städte, die wir bisher auf unserer Reise besucht haben. Drei Tage sind natürlich viel zu wenig, um alles zu sehen.
Auf dem Campingplatz, der mitten in der Stadt liegt, stehen Camper schon länger als drei Wochen und sie wollen wiederkommen.

Heute waren wir  in der Stadt auf der Post und haben nach Preisen und Versanddauer für Weihnachtskarten gefragt. Der Preis war ja in Ordnung. Die Versandzeit lag bei ca. 6 Wochen, aber ohne Garantie auf Zustellung. Die meisten Sendungen der Post gehen verloren. Wir sollten doch zu DHL oder FEDEX gehen. Das haben wir auch getan. Beide konnten die Zustellung innerhalb von drei bis fünf Tagen versichern. Der Preis für EINE WEIHNACHTSKARTE aber lag bei ca. 65 US Dollar.

Deshalb hier an dieser Stelle: Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches 2020.

Unterwegs trifft man die seltsamsten Menschen. So z. B. einen Argentinier aus Mendoza, der mit einem HONDA-Roller (100 ccm) unterwegs war.

Nachverfolgen kann man die Tour bei Facebook unter: Matías Rampón – Vijando en moto.

Unsere Reise geht weiter gen Süden zu den Pyramiden von Teotihuacán. Wir haben die Sonnen- und Mondpyramide erklommen zusammen mit einer Menge anderer Touristen aus aller Welt. Trotz dieser vielen Besucher war diese Gruppe nicht die größte vor Ort. Es waren weitaus mehr Krimskrams-Verkäufer, die bei allem Verständnis für ihre Lage sehr störend waren.

Trotz allem sind diese beiden Pyramiden sehr beeindruckend.

Eine Tagesetappe davon entfernt in Cholula befindet sich die größte Pyramide, die nicht auf dem ersten Blick als solche erkennbar ist. Wir bleiben nur einen Tag, da der etwa 40 km entfernt liegende Popocatépetl eine riesige Aschewolke ausgestoßen hat.

In Oaxaca sind wir genügend weit von dem Vulkan entfernt, die Luft ist klar und wir haben einen total netten Campingplatz nicht weit davon entfernt in Santa María del Tule gefunden. Dieser Ort liegt nur noch auf 1500 m Höhe, so dass die Nächte nicht mehr ganz so kalt sind. Hier verbringen wir die Weihnachtsfeiertage mit INDIO  (ja, ich vermisse das IPA von Lagunitas) mexikanischem Rotwein und knusprigem Truthahn. Das ist nun nicht gerade typisch für Mexiko, aber die Campergemeinschaft ist international.

Mitte Januar müssen wir in Panama sein, denn sonst kommen wir nicht über das Darien Gap. Es sind also Tagesetappen von weit über 300 km angesagt. Die nächste Station heißt Santo Domingo Ingenio. Dieser Ort hat keinen Campingplatz, dafür aber ein blitzsauberes Hotel und zum Glück auch einen Schweißer. Die nicht mehr so guten Straßen haben für einen erneuten Bruch des Gepäckträgers gesorgt. Dadurch kommen wir wieder erst nach elf Uhr  weg, erreichen aber das Etappenziel San Christóbal de las Casas gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit. Zwei Nächte wollten wir bleiben, es werden aber drei. Der Grund dafür ist unser Navigationssystem.  Irgendwann muss nämlich die Nordamerikakarte enden.

Sie endet tatatsächlich in gut 180 km von unserem Zeltplatz, an der Grenze zu Guatemala. Wir müssen also an der Grenze die Speicherkarte von Nordamerika gegen die von Südamerika tauschen. Ja, Pustekuchen. Die Südamerikakarte beginnt erst in Kolumbien. Es fehlt das gesamte Mittelamerika. Papierkarten gibt es in Mexiko überhaupt nicht. Noch etwas gibt es hier nicht: Duschbad. Dafür hat jeder zweite Laden Shampoo massenhaft.
Eine Karte von Mittelamerika finden wir im Internet. Gute vier Stunden hat der Download gedauert. Aber jetzt ist alles gut und als Entschädigung für den Horror genehmigen wir uns eine Flasche Cabernet Sauvignon.

Morgen geht es nach Guatemala.

México ist ein phantastisches Land mit sehr freundlichen Menschen, grandioser Natur, sehr viel Müll an den Straßenrändern, sehr reichen Einwohnern, aber auch sehr viel Elend an den Ortsrändern und unendlich vielen Topes.

11 Gedanken zu „México

    1. Hi Vicki,
      The Mexican Margarita was so delicious!! Thank you very much! We drank it in Tecate at our first day in Mexico. Now we are in Mulegé. How are you doing?

  1. Wo immer Ihr auch jetzt in Mexico seit, wünschen wir euch auf diesem Wege auch schöne Weihnachten und alles gute für 2020. Auf das eure Reise weiterhin abenteuerlich und ohne böse Überraschungen weiter geht.
    LG Thomas & Susanne

  2. Hallo Gabi,hallo Udo,
    ich habe Eure Wege immer im Blick und finde es einfach faszinierend.
    Wir haben dieses Jahr auch warme Weihnachten!
    Weiterhin gute Fahrt und
    Frohe Weihnachten.
    mfg
    Joachim
    .

  3. Hallo ihr Globetrotter,
    wir verfolgen seit Anfang an eure Motorrad und Wanderabenteuer und sind immer am Schauen ob ihr auf eurer Internet Seite einen neuen Eintrag und vor allen Dingen wunderschöne Fotos eingestellt habt.
    Wir wünschen euch eine schöne Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
    Und allzeit gute Fahrt und Gesundheit.
    LG Sabine & Otto

  4. Hallo, liebe Gabi und lieber Udo,
    endlich hab ich von Rainer die Daten Eures Blogs bekommen!
    Das ist ja toll, so schööne Bilder!
    Heute ist Hl. Abend, und wir möchten gerne noch auf den Friedhof und zum Gärtner gehen. Es ist hier relativ warm (ca. 6 – 8 ° C). Gerhard und ich sind heute allein zu Hause, wir werden ein Stück Lachs zubereiten und am Abend um 22h gehen wir dann zur Christmette. Endlich ist der Weihnachtsmarkt in ES weg, es war grausig voll in der Stadt.
    Nachher werde ich nochmal mit Gerhard zusammen Eure tollen Fotos in Ruhe anschauen. Schön, daß Ihr uns teilhaben laßt.
    Eine gute Zeit noch Euch und schöne Erlebnisse! Take care!
    Ganz liebe Grüße aus dem Ländle, Brigitte und Gerhard

  5. Danke an alle, die hier Kommentare und Wünsche abgegeben haben. Neben den üblichen „Verdächtigen“ waren auch einige Überraschungen dabei.
    Wir werden Weihnachten in Oaxaca, der Hauptproduktionsstätte des Mezcal, verbringen.Weihnachten wird hier sehr christlich begangen. Am 25. treffen sich die Camper zum gemeinsamen Truthahnessen, Bier- und Mezcaltrinken.

    Feliz Navidad !
    Udo & Gaby

  6. Hello Udo & Gaby, we are really enjoying following your travels since we met you in Mulege, Loreto and La Paz. Haha! Our stay in the Baja was great and we have moved over to the mainland to our winter home in Lo de Marcos.

    Safe travels
    Wylie & Wendy

    1. Hello Wylie and Wendy,
      Great to hear from you both. That was really funny, that we met each other so often in the Baja. México was really fantastic! At the end of the week our ship goes to Colombia. Enjoy your winter vacation in Mexico and have a wonderful time.
      All the best from Panama City
      Gaby and Udo

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