Panamericana – Alaska

Die Panamericana, die sich von der Prudhoe Bay in Alaska bis Ushuaia/Argentinien erstreckt, ist 18640 Meilen (25750 km) lang.

Wir stehen mit der CBX am nördlichsten Punkt in Deadhorse und wollen jetzt diese Straße unter die Räder nehmen.

Der Weg von Deadhorse nach Fairbanks ist am ersten Tag gut zu fahren. Am frühen Morgen sind die Temperaturen zwar nahe am Gefrierpunkt, aber als wir nach der Arctic  Sea Tour die CBX starten, scheint die Sonne. Das hält an bis zum Arctic Circle, wo unser Zelt am nächsten Tag steht. Dort ist die Sonne nicht zu sehen, alles ist voller Smog von den Waldbränden. Selbst Fairbanks liegt unter einer dichten Rauchglocke. Es wird erst am nächsten Morgen besser, als leichter Regen einsetzt.

In Fairbanks bleiben wir drei Tage. Entspannen auf der Shooting Range, waschen unsere Kleidung und die CBX, reinigen den Luftfilter, schicken unser altes Zelt nach Hause…
Am Montag, den 15. Juli verlassen wir Fairbanks in Richtung Süden.

Auf dem Richardson Highway fahren wir über Glennallen und stellen unser Zelt bei Copper Center am Klutina River auf. Wir haben einen Platz mit phantastischen Blick auf die Wrangell Moutains. Abgerundet wird der Abend von zwei einheimischen Gerstensäften.
Der weitere Weg über den Edgerton Hwy entlang des Copper River führt direkt nach Kenny Lake. Hier in Kenny Lake ist unser Ausgangspunkt für eine mehrtägige Wildnistour. Auf dem Programm stehen McCarthy und die alten Kupferminen der Kennicott Mill.

Am 20. Juli sind wir wohlbehalten in Kenny Lake zurück.

Unsere Reiseberichte lassen wir wegen einem familiären Trauerfall vorläufig ruhen.

30. Juli 2019

Unsere Reise geht weiter

Da wir nun wieder in Anchorage sind, buchen wir den Campingplatz, der nahe an der Stadtmitte liegt, gleich für zwei Tage. Wir erkunden die Stadt sehr ausgiebig, schauen vom Captain Cook Monument direkt auf die schlammige Küste des  Cook Inlets hinunter und besorgen uns Prospektmaterial für die nächsten Tage.
Wir können uns etwas länger Zeit für Alaska nehmen, denn überraschenderweise haben wir eine weitere Visaverlängerung für die USA erhalten.
In Anchorage und der näheren Umgebung gibt es 12 (in Worten: zwölf) Brauereien. (Brauereifreie Fotos von Anchorage)
Das Glacier Brewhouse  wird von uns auserkoren, den Abend zu beschließen. Wir werden nicht enttäuscht.
Am nächsten Tag wandern wir entlang des Tomy Knowles Coastal Trail  in der Hoffnung, einen Beluga Wal zu sehen. Leider lassen sich diese schönen Tiere nicht blicken.

Sehr viele Straßen gibt es nicht in Alaska. Von Anchorage aus kann man gen Norden den Parks Highway nach Fairbanks fahren. Da waren wir bereits. Man kann den Glenn Highway nach Glennallen im Osten nehmen. Auch diesen sind wir schon gefahren. Die dritte Möglichkeit ist der Seward Highway, der entweder nach Seward führt oder weiter über den Sterling Highway nach Homer. Ein Abzweig des Seward Highways verläuft durch den zweitlängsten Tunnel der USA nach Whittier. Dieser Tunnel ist 2,5 Meilen lang. An all diesen Orten der dritten Möglichkeit enden die Straßen, man kommt dann nur mit dem Schiff weiter. So weit unten im Süden von Alaska waren wir bisher noch nie.

Auf dem Tenderfoot Campground im Chugach National Forest finden wir ein lauschiges Plätzchen für unser Zelt. Eine kleine Brücke führt von den RV Plätzen zu den Zeltplätzen, die ganz versteckt von den anderen inmitten des Waldes neben einem sanft dahinplätschernden  Bächlein liegen. Jeder Zeltplatz hat einen Tisch, eine Feuerstelle und, was hier in Alaska sehr wichtig ist, einen bärensicheren Container. Da hinein sollte man alle Lebensmittel und riechenden Dinge hineinstellen, denn die Bären sind nicht weit. Mit Bärenspray gewappnet gehen wir nach dem Zeltaufbau zu dem etwa 1 Meile entfernten und schön an einem herrlichen See gelegenen Restaurant mit Bar und genießen hier in der Wildnis neben einem Snack ein leckeres, frisch gezapftes Rhasperry Wheat und ein Alaskan IPA. Bald zieht Nebel auf über dem See und zurück am Zelt finden wir, dass die Natur nirgendwo schöner ist als in Alaska.

Der Seward Highway und später der Sterling Hwy verlaufen wunderschön an Meeresbuchten und Gletschern entlang, durch das Chugach Gebirge hindurch, dann auf der Kenai Halbinsel parallel des Cook Inlets mit atemberaubenden Blicken zu den Vulkanen Mount Iliamna und Mount Redoubt der Aleuten Range, bis nach Homer.

Homer ist ein kleines verträumtes Städtchen in der Kachemak Bay und ist umgeben von Gletschern und Vulkanen. Hier auf der Kenai Halbinsel ist die Bärendichte sehr hoch, wir sind froh keine zu sehen. Es reichte uns schon, als ein Schwarzbär auf dem Campingplatz in Anchorage gemächlich an unserem Zelt entlang spazierte.

Vom Campingplatz in Homer haben wir einen unvergesslichen Blick zu den Gletschern der Kachemak Bay. Atemberaubend ist es auch, entlang des Homer Spit zu schlendern, einer Landzunge, die weit in das Meer hineinreicht.

Von Homer fahren wir den uns schon bekannten Seward Highway wieder zurück und haben wieder diese herrliche Aussicht auf die Aleuten Range. An der Kreuzung viele Meilen weiter biegen wir dann rechts ab nach Seward.
In Seward am Hafen an der Resurrection Bay erwartet uns ein großer Campingplatz, man sucht sich einen Platz aus und bezahlt an einer Art Parkscheinautomaten. Auch der Zettel bzw. die Quittung, den der Automat herausgibt, erinnert an eine Parkscheinquittung. Die besten Plätze direkt an der Bay sind schon vergeben. Wir finden aber einen gemütlichen Platz in einem nahegelegenen Wäldchen. Neben uns zeltet ein Pärchen aus Slowenien, das die Panamericana mit einem Motorrad bereits gefahren ist und zwar von Ushuaia nach Alaska.

In der historischen Stadtmitte gehen wir ein Bierchen trinken und beim Zurückschlendern zu unserem Zelt lesen wir auf den Infotafeln, dass hier von Seward aus bis nach Nome (3780 km) der Iditarod National Historic Trail verläuft. Dieser Trail ist ab 1908 während der Zeit des Goldrausches entstanden, als es notwendig wurde, Güter, Post und vor allem Medikamente von der Südküste Alaskas bis zum Hafen von Nome zu transportieren. Die Route wurde im Winter hauptsächlich von Hundeschlitten befahren. Heute gibt es einmal im Jahr zur Erinnerung an diese historische Zeit ein Hundeschlittenrennen, das Iditarod, das längste Hundeschlittenrennen der Welt.

Am nächsten Tag fahren wir zum Exit Glacier und dann weiter durch einen dunklen Tunnel nach Whittier. Für Motorradfahrer gibt es eine extra Anleitung, wie sie durch den Tunnel fahren sollen. Der Tunnel ist nur einspurig auf einer Bahnlinie zu befahren, diese eine Spur wird also von Autos wie auch von Zügen benutzt. Wir fahren etwas wackelig zwischen den Schienen durch den 2,5 Meilen langen Tunnel und kommen unversehrt auf der anderen Seite an, finden gleich einen schönen Naturplatz und bauen hier unser Zelt auf.

So verbringen wir den Tag in Whittier im Café (dem einzigen Platz mit Wifi), dann entdeckt Udo einen Wasserschlauch auf der Straße im Hafen. Auf Nachfrage erfahren wir, dass jedermann hier sein Auto, sein Schiff und natürlich auch sein Motorrad kostenlos waschen kann. Nun bekommt die CBX endlich ihre dringend notwendige Motorradwäsche, zumindest wird der schlimmste Dreck entfernt. So kann sie sich wieder sehen lassen.

Zum Glück ist der Streik der Fährmitarbeiter vorüber und die Fähren der Alaska Marine Highway sind wieder im Einsatz. Wir bekommen den letzten Platz auf der Fähre nach Valdez für den nächsten Tag, dem Mittwoch.

Am Mittwoch sind wir pünktlich um 12 Uhr im Fährhafen. Es ist gar nicht so einfach, in den Bauch der Fähre hineinzufahren, denn es geht ganz eng steil bergab. Udo verzurrt die CBX, dann genießen wir die wunderbare Schifffahrt durch den Prince-William-Sound. Um 19 Uhr etwa kommen wir in Valdez an und erreichen nach ca. 3 Meilen den Campingplatz.

Wir machen eine kurze „Stadt“-Besichtigung durch Valdez und fahren dann den Richardson Highway vorbei am Worthington Gletscher und entlang des Copper Rivers bis nach Tok, unserem letzten Stopp in Alaska.

2 Gedanken zu „Panamericana – Alaska

    1. Hey Greg,
      we stayed at the Donnelly Creek yesterday and today at the Klutina River. We are going now to McCarthy. It was really very nice to meet you. Enjoy your time in Valdez and have a wonderful trip. Safe travels, too?.

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